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Drei Personen – zwei Männer und eine Frau – stehen lächelnd in einer Industrie- oder Laborhalle vor einem großen, orangefarbenen KUKA-Roboterarm. Im Hintergrund hängt ein komplexes, 3D-gedrucktes Betonelement an Gurten.
Das Betonteil, das unter der Decke der Halle des Instituts für Massivbau hängt, benötigt nur ein Drittel des Baustoffs wie konventionell gefertigte Bauteile. Ina Brandes, Ministerin für Wissenschaft und Kultur des Landes NRW, wurde an der RWTH von Professor Martin Claßen (Mitte) und Rektor Ulrich Rüdiger begrüßt. © Andreas Schmitter

Brücken, die sich selbst überwachen

Wenn Ina Brandes mal wieder ein Fußballspiel von Borussia Dortmund besucht, muss sie über eine Fußgängerbrücke – immer begleitet von einem mulmigen Gefühl. Denn die Brücke ist nicht mehr die jüngste und ihr Zustand sicher nicht optimal. Wieso das Exzellenzcluster „Climate-Neutral and Resource-Efficient Construction“ (CARE) hier Abhilfe schaffen kann und über viele weitere Innovationen in der Baubranche informierte sich die Ministerin für Wissenschaft und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen am Mittwochnachmittag bei einem Besuch vor Ort an der RWTH.

Professor Martin Claßen, Leiter des Instituts für Massivbau und neben Professor Viktor Mechtcherine von der TU Dresden einer der beiden Cluster-Sprecher, hatte Ina Brandes eingeladen, um ihr vor Ort zu demonstrieren, wie das Bauen der Zukunft aussieht: Nämlich nachhaltig, zirkulär, ressourcenschonend und intelligent. Im Exzellenzcluster CARE forscht die RWTH gemeinsam mit der TU Dresden an Antworten auf diese großen Fragen. „Die RWTH übernimmt Verantwortung bei diesen Mega-Themen“, sagte Rektor Ulrich Rüdiger am Rande des Besuchs.

Für Ina Brandes gab es nach einer theoretischen Cluster-Vorstellung vor allem eins: Ganz viel Forschungspraxis. Roboter, die Betonteile drucken, die nur ein Drittel an Baumaterial benötigen, sich selbst überwachende intelligente Tragewerke oder ein Schwingtisch, der Erdbeben simuliert. Professor Martin Claßen demonstrierte, wie im Cluster an modularen und wiederverwertbaren Elementen, am Einsparen von Baustoffen, am digitalen automatisierten Bauen, an alternativen Baustoffen bis hin zu intelligenten Gebäuden, die CO2 aus der Atmosphäre ziehen, geforscht wird. „Wir haben den Anspruch, das Bauen komplett neu zu denken“, formulierte er die Motivation des Clusters.

Mit ihrem Besuch in Aachen zeigte sich Ministerin Ina Brandes überaus zufrieden: „Ich hatte ja bereits einiges in der Theorie gehört und heute habe ich die Zukunft des nachhaltigen und automatisierten Bauens live erleben dürfen. Ich bin sehr beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird.“ Die Methoden, die an der RWTH im Exzellenzcluster gemeinsam mit den Dresdner Partnern erarbeitet werden, würden Antworten auf drängende Fragen in NRW geben: Sowohl auf die in Teilen sanierungsbedürftige Infrastruktur wie auch den Fachkräftemangel, so die Ministerin. Und auch ihre Erwartung ist klar: „Je schneller die Forschungsergebnisse zur Verfügung stehen, desto besser für Nordrhein-Westfalen und Deutschland.“

Und wie kommt jetzt die Ministerin künftig sicher über die Brücke ins Stadion? Ganz einfach: Indem die Brücke clever wird und sich selbst überwacht. Das funktioniert mithilfe von in Gitternetzen verbauten Sensoren, die außen an der Brücke angebracht werden. Eine Technik, die bereits einsatzbereit ist und die sich Ina Brandes direkt vor Ort in den Hallen des Instituts für Massivbau anschaute – und Unterstützung bei allen regulatorischen und Genehmigungsfragen für die neuen Methoden versprach.

Pressekontakt

  • Carolin Peschke
    B.Sc.
    Carolin Peschke
    Administration

    Science Communication Officer
    RWTH Aachen
    Lehrstuhl und Institut für Massivbau

    cpeschke@imb.rwth-aachen.de